8. Kapitel (6)
Galeazzo liebte Castruccio aufrichtig und vertraute ihm alle Geheimnisse seines Herzens an, aber diese Geheimnisse waren derart, daß sie letzteren in die listige Politik und die skrupellosen Motive des Mailänder Herrschers einweihten und ihn dazu brachten, Verrat und Grausamkeit als verzeihliche Verfehlungen anzusehen. Er besaß nicht die Reinheit und Erhabenheit, die ihm geholfen hätte, die Fehler Galeazzos zu vermeiden. Ehrgeiz war das Gefühl, das seine Seele beherrschte, ein Streben nach Macht, Eroberungen und Ruhm, aber nicht nach Tugend, und dieser Ruhm kann ebenso wie der Phönix nicht zur gleichen Zeit leben wie seine Eltern, sondern erhebt sich aus seiner Asche mit den kräftigen Flügeln eines unsterblichen Wesens.