8. Kapitel (14)
Galeazzo liebte Castruccio aufrichtig und vertraute ihm in die innersten Geheimnisse seines Herzens an; doch diese Geheimnisse waren derart, daß sie letzteren in die listige Politik und die skrupellosen Motive des Mailänder Herrschers einweihten und ihn dazu brachten, Verrat und Grausamkeit als verzeihliche Verfehlungen anzusehen. Er besaß keine rettende Leidenschaft, die ihn durch ihre Reinheit und Erhabenheit – auch wenn sie ihm Vergebung ermöglichte – dazu gebracht hätte, die Fehler Galeazzos zu vermeiden. Ehrgeiz war das beherrschende Gefühl seiner Seele; ein Ehrgeiz nach Macht, Eroberung und Ruhm, nicht nach Tugend und jenem Ruhm, der wie der Phönix nicht zur gleichen Zeit wie sein Elternteil leben kann, sondern aus dessen Asche mit den starken Flügeln eines unsterblichen Wesens emporsteigt.