7. Kapitel (27)
„Ja, ich bedaure sie von Herzen, aber ich habe auch Verluste erlitten. Die erste Horde Deutscher, die in die Stadt eindrang, hat mein Pferd beschlagnahmt und den Wallach meines Knappen. Ich muß neue kaufen, wenn unsere Feinde weg sind, um die Ehre meines Ritterstandes aufrechtzuhalten. Aber genug davon. Ihr, Messer Castruccio, habt den Befehl über eine Truppe italienischer Ritter. Was habt Ihr mit diesen Männern vor? Bleibt Ihr in der Lombardei oder folgt Ihr dem Kaiser in den Süden?“
„Ich richte mich nach den Ereignissen. Ich hoffe, bald selbst zu bestimmen, was geschieht, aber vorerst muß ich mich von den Umständen leiten lassen und kann Eure Fragen daher nicht beantworten.“
Pepi hielt einen Moment inne und sagte dann halb zu sich selbst: „Nein, jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt. Die Dinge sind noch nicht reif, diese Belagerung hat viel bewirkt, aber ich muß noch warten. Nun, Messer Castruccio, im Moment werde ich einige Umstände nicht preisgeben, die ich Euch, als wir dieses Gespräch begannen, eigentlich anvertrauen wollte. Eines Tages – vielleicht, wenn Ihr es am wenigstens erwartet – sehen wir uns wieder, und wenn Benedetto aus Cremona nicht genau so ist, wie er wirkt, bewahrt das Geheimnis bis dahin, und ich werde Euer ergebener Diener bleiben. Nun lebt wohl. Ihr seid gekommen, um mir Eure Dienste anzubieten, um meinen Palast zu retten; ich bin ein umsichtiger Mann und habe meine Angelegenheiten so geregelt, daß kein Risiko bestand; dennoch bin ich Euch dafür und für Ihre andere großzügige Tat zu Dank verpflichtet. Vielleicht kommt eine Zeit, in der wir einander besser kennenlernen. Noch einmal: Lebt wohl.“
Er äußerte diese Worte mit ernster, geheimnisvoller Miene, die verriet, daß er gründlich nachdachte und etwas Wichtiges erwartete. Als er geendet hatte, öffnete Pepi die Falltür, und er und Castruccio stiegen langsam die Stufen im jetzt dunklen Treppenhaus hinunter, die zum Hof des Palastes führten. Hier verabschiedeten sie sich noch einmal und gingen dann auseinander. Pepi gesellte sich zu seinen lärmenden Gästen und Castruccio brach mit seinem Pferd in Richtung des kaiserlichen Lagers auf. Er dachte nach, was die Worte seines seltsamen Bekannten wohl zu bedeuten hatten; sie hatten seine Neugier geweckt, aber der Ortswechsel und die rege Betriebsamkeit ließen ihn bald vergessen, daß es in Cremona einen Benedetto den Reichen gab.
„Ich richte mich nach den Ereignissen. Ich hoffe, bald selbst zu bestimmen, was geschieht, aber vorerst muß ich mich von den Umständen leiten lassen und kann Eure Fragen daher nicht beantworten.“
Pepi hielt einen Moment inne und sagte dann halb zu sich selbst: „Nein, jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt. Die Dinge sind noch nicht reif, diese Belagerung hat viel bewirkt, aber ich muß noch warten. Nun, Messer Castruccio, im Moment werde ich einige Umstände nicht preisgeben, die ich Euch, als wir dieses Gespräch begannen, eigentlich anvertrauen wollte. Eines Tages – vielleicht, wenn Ihr es am wenigstens erwartet – sehen wir uns wieder, und wenn Benedetto aus Cremona nicht genau so ist, wie er wirkt, bewahrt das Geheimnis bis dahin, und ich werde Euer ergebener Diener bleiben. Nun lebt wohl. Ihr seid gekommen, um mir Eure Dienste anzubieten, um meinen Palast zu retten; ich bin ein umsichtiger Mann und habe meine Angelegenheiten so geregelt, daß kein Risiko bestand; dennoch bin ich Euch dafür und für Ihre andere großzügige Tat zu Dank verpflichtet. Vielleicht kommt eine Zeit, in der wir einander besser kennenlernen. Noch einmal: Lebt wohl.“
Er äußerte diese Worte mit ernster, geheimnisvoller Miene, die verriet, daß er gründlich nachdachte und etwas Wichtiges erwartete. Als er geendet hatte, öffnete Pepi die Falltür, und er und Castruccio stiegen langsam die Stufen im jetzt dunklen Treppenhaus hinunter, die zum Hof des Palastes führten. Hier verabschiedeten sie sich noch einmal und gingen dann auseinander. Pepi gesellte sich zu seinen lärmenden Gästen und Castruccio brach mit seinem Pferd in Richtung des kaiserlichen Lagers auf. Er dachte nach, was die Worte seines seltsamen Bekannten wohl zu bedeuten hatten; sie hatten seine Neugier geweckt, aber der Ortswechsel und die rege Betriebsamkeit ließen ihn bald vergessen, daß es in Cremona einen Benedetto den Reichen gab.
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