5. Kapitel (26)

An einigen Stellen lagen sogar Gliedmaßen waghalsiger Gemsen, deren sichere Hufe im Schnee ein Fehltritt unterlaufen war, und Castruccios Herannahen schreckte die Raubvögel auf, die sich an den halbgefrorenen Kadavern labten. Ein Paß war besonders gefährlich: Die Straße war in den Abhang eines Berges gehauen, und die Felsen überragten den Bach, der in der Tiefe durch das Tal rieselte. Von hier oben konnte man ihn gar nicht sehen. Der Berg war tiefschwarz, bis auf die zerklüfteten Stellen, die von Schnee bedeckt waren, und es ging so steil bergauf, daß dem Reisenden schwindlig wurde. Der Pfad war schmal, und da er nach Süden führte, war der Schnee, der ihn bedeckte, ein wenig geschmolzen und dann wieder gefroren. So war der Weg glitschig und gefährlich. Castruccio saß ab, schaute bewußt nicht in die Tiefe und führte sein Pferd langsam weiter, bis der Weg breiter wurde und der Anblick einiger Pinien den Schrecken der Umgebung milderte.

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