6. Kapitel (21)

„Eine flüchtige Sympathie für die kaiserliche Macht weckt solche heftigen Gefühle? Ihr seid der glühendste Ghibelline, der mir je begegnet ist!“
„Glaubt mir, mein Freund – der Welt wird es erst gutgehen, wenn die Reichen herrschen und der Pöbel da ist, wo er hingehört – und als Sklaven den Boden beackert! Ihr werdet bereitwillig eingestehen, daß der Krieg die Geißel der Welt ist. Aber in freien Städten fährt der Krieg eine bessere Ernte ein als dort, wo Recht und Gesetz herrschen. Im Krieg sind weder die Menschen noch Grund und Boden noch Häuser in Sicherheit. Wir fallen in Schlachten, unser Land wird verwüstet und unser Besitz gestohlen. Nun, mein Plan ist schlicht, einfach und machbar: Wenn Ihr Euch ein bißchen in Geschichte auskennt, wißt Ihr, daß der Reichtum der Oberschicht des Alten Roms aus vielen Hundert Sklaven bestand, die man gelehrt hatte, Handel zu treiben und Kunst zu erschaffen. Die ließ man dann arbeiten, Läden führen und Geld machen, das an die Herren gingen. Sie selbst bekamen nur einen kleinen Teil davon, um leben zu können. Eine solche Ordnung würde ich, wenn ich Fürst wäre, errichten, und in jeder Stadt – so wie Florenz –, in der Aufruhr herrscht, würde Ruhe einkehren; ungefähr zweitausend reiche Männer würden die restlichen Einwohner besitzen, die sich wie Schafe dankbar und ergeben um sie scharen würden.“

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