6. Kapitel (26)
Beim Abschied hielt Pepi eine lange Rede, brachte seine Dankbarkeit zum Ausdruck und versicherte, daß er bereit sei, sich erkenntlich zu zeigen, indem er ihn bei sich zu Hause willkommenhieß, wenn der Weg seines Retters einmal durch Cremona führen sollte.
„Allerdings“, fügte er hinzu, „wenn Ihr andere Freunde in dieser Stadt habt, werdet ihr sie mir vielleicht vorziehen. Ich habe, wie ich gestern sagte, viele Verluste erlitten und strebe danach, sie mit einer sparsamen Lebensweise auszugleichen. Ich habe keinen vollmundigen Wein und keine weichen Lager zu bieten und kann es mir keine Wachskerzen und keine köstlichen Speisen leisten. Mein Haus hat einen ordentlichen Turm, und jetzt, da ich Ritter bin, habe ich auch ein gutes Pferd im Stall. Das ist alles, was ich zu bieten habe. Ihr habt sicher keine Vorliebe für magere Kost und harte Betten, deshalb wäre meine bescheidene Unterkunft sicher nicht angenehm für Euch.“
Castruccio dankte ihm und erwiderte leichthin, daß er als Soldat an Härten und Mangel gewöhnt sei. Pepis Zuhause mochte ärmlich sein, war aber deswegen in seinen Augen nicht weniger wert. Sie verabschiedeten sich kühl voneinander, und Pepi machte sich auf den Weg nach Alessandria. In seinem Kopf wimmelte es von Plänen, die er wohlweislich für sich behielt. Sein Gesicht mit den scharfen Zügen, die er vollkommen beherrschte, verriet nichts darüber, was in ihm vorging.
Castruccio ritt frohgemut in Richtung Mailand, der triste Winterhimmel und die kalte Luft konnten seine gehobene Stimmung nicht dämpfen. Er sehnte sich nach Taten, nach Ruhm und Macht, aber er wünschte sich diese Dinge nicht mehr wie ein Junge, der den Weg dorthin nicht weiß. Während seiner Zeit in England und Frankreich hatte er sich als aufmerksamer Beobachter Menschenkenntnis angeeignet, und so unbekümmert er auch wirkte, so hatte er doch gelernt, den Massen zu gefallen, den Adligen zu schmeicheln und so die Herzen der Menschen zu gewinnen, um über sie herrschen zu können. Unter Alberto Scoto hatte er die politischen Verhältnisse Italiens so vor sich gesehen, wie der Befehlshaber sie ihm ausgemalt hatte; seine Pläne von Herrschaft und Eroberungen waren schon geschmiedet, er mußte nur noch den ersten Schritt tun – und dann schnurstracks das Ziel ansteuern!
„Allerdings“, fügte er hinzu, „wenn Ihr andere Freunde in dieser Stadt habt, werdet ihr sie mir vielleicht vorziehen. Ich habe, wie ich gestern sagte, viele Verluste erlitten und strebe danach, sie mit einer sparsamen Lebensweise auszugleichen. Ich habe keinen vollmundigen Wein und keine weichen Lager zu bieten und kann es mir keine Wachskerzen und keine köstlichen Speisen leisten. Mein Haus hat einen ordentlichen Turm, und jetzt, da ich Ritter bin, habe ich auch ein gutes Pferd im Stall. Das ist alles, was ich zu bieten habe. Ihr habt sicher keine Vorliebe für magere Kost und harte Betten, deshalb wäre meine bescheidene Unterkunft sicher nicht angenehm für Euch.“
Castruccio dankte ihm und erwiderte leichthin, daß er als Soldat an Härten und Mangel gewöhnt sei. Pepis Zuhause mochte ärmlich sein, war aber deswegen in seinen Augen nicht weniger wert. Sie verabschiedeten sich kühl voneinander, und Pepi machte sich auf den Weg nach Alessandria. In seinem Kopf wimmelte es von Plänen, die er wohlweislich für sich behielt. Sein Gesicht mit den scharfen Zügen, die er vollkommen beherrschte, verriet nichts darüber, was in ihm vorging.
Castruccio ritt frohgemut in Richtung Mailand, der triste Winterhimmel und die kalte Luft konnten seine gehobene Stimmung nicht dämpfen. Er sehnte sich nach Taten, nach Ruhm und Macht, aber er wünschte sich diese Dinge nicht mehr wie ein Junge, der den Weg dorthin nicht weiß. Während seiner Zeit in England und Frankreich hatte er sich als aufmerksamer Beobachter Menschenkenntnis angeeignet, und so unbekümmert er auch wirkte, so hatte er doch gelernt, den Massen zu gefallen, den Adligen zu schmeicheln und so die Herzen der Menschen zu gewinnen, um über sie herrschen zu können. Unter Alberto Scoto hatte er die politischen Verhältnisse Italiens so vor sich gesehen, wie der Befehlshaber sie ihm ausgemalt hatte; seine Pläne von Herrschaft und Eroberungen waren schon geschmiedet, er mußte nur noch den ersten Schritt tun – und dann schnurstracks das Ziel ansteuern!
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