7. Kapitel (10)

Als sie durch die Tore in die Stadt zurückkehrten, traf das Gefolge des Kaisers wieder auf das der Kaiserin, und Castruccio gesellte sich zu Arrigo. Eine Weile schaute er ihn an und lauschte dem sanften Klang seiner jungen Stimme. Er selbst wagte nicht zu sprechen, sein Herz war übervoll, Gefühl verschleierte seinen Blick, und er stellte sich vor, daß die verehrte Gestalt von Guinigi neben seinem Sohn stand, Castruccio anlächelte und auf den Jungen zeigte. Schließlich fing er sich wieder, holte Arrigo und dessen Pferd ein und flüsterte: „Hat Guinigis Sohn mich vergessen? Mich und den Hof in den Euganeischen Hügeln?“
Arrigo fuhr zusammen. Dann strahlte er und rief: „Mein Castruccio!“
Sie entfernten sich von der Gruppe und gelangten über Schleichwege in die Stadt. Castruccio erkannte an der Miene seines jungen Freundes, daß seine schlimmsten Befürchtungen wahr waren und Guinigi tot war; und Arrigo las Castruccio vom Gesicht ab, daß er an seinen Vater dachte. Schließlich sagte Arrigo: „Mein Bruder, wenn ich dich so nennen darf, ein Jahr ist nun vergangen, seit ich als Waise zurückblieb.

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