7. Kapitel (4)

Galeazzo Visconti empfing ihn mit der Herzlichkeit, die damals in Italien üblich war – als edelster Ritter des Landes war er mit den Sitten der Zeit bestens vertraut. Castruccio bekam ein wunderschönes Pferd und einen Umhang aus Pelz, genau richtig für die kalte Jahreszeit, und gehörte zu der fröhlichen Gruppe, die in Richtung der kaiserlichen Residenz aufbrach. Dort gesellte sich der Herrscher persönlich zu ihnen, außerdem die Kaiserin und die deutschen Adligen aus seinem Gefolge. Sie ritten durch die Straßen von Mailand, verließen die Stadt durch das Osttor und teilten sich in verschiedene Gruppen auf, um Wild aufzustöbern. Die Deutschen folgten ihren Hunden durch die offene Landschaft und jagten Füchse und Hasen, aber die Italiener waren prächtig gekleidet und wollten nicht riskieren, daß ihre seidenen Gewänder an Büschen und anderen Hindernissen hängenblieben. Sie begnügten sich damit, ihren Falken die Kappen abzunehmen, wenn sie Wildtiere sahen, und Wetten abzuschließen, welcher Vogel der schnellste sein würde.

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