7. Kapitel (7)

Vorerst können wir nur abwarten. Der Kaiser erwartet, daß ihm Geld bewilligt wird, und das tun wir mit Feuereifer. Als Politiker muß man wissen, daß Geld die Welt regiert. Ich prophezeie Veränderungen, aber Ihr als Fremder müßt abseits stehen und seid von den Umständen abhängig. Sucht Euch Freunde, haltet Euch an den Kaiser und an die Adligen aus der Lombardei. Viele von ihnen sind sehr mächtig. Seid sicher, ob der Kaiser nun Erfolg hat oder nicht, er wird Italien nicht einfach aufgeben, ohne wenigstens zu versuchen, die Politik der Toskaner Republiken zu ändern. Gesellen wir uns nun wieder zu unseren Freunden. Morgen reden wir weiter, und wenn wir zu den Waffen greifen, werde ich stolz sein, Castruccio die Antelminelli in meiner Armee zu haben!“
Dann mischten sie sich unter den Rest der Gesellschaft, und Galeazzo machte seinen neuen Freund mit den ghibellinischen Adligen der Lombardei bekannt. Hier sah er zum ersten Mal den großartigen Cane della Scala (Can Francesco I. della Scala (1291 – 1329), genannt „Cangrande“ („großer Hund“), Stadtherr (Signore) von Verona von 1308 bis 1329 (Anm. d. Ü.), Herr von Verona, und den großzügigen Guido della Polenta, Herr von Ravenna und Vater der unglücklichen Francesca da Rimini. Diese Adligen hatten sich in Mailand versammelt, um bei der Krönung des Kaisers anwesend zu sein, die vor ein paar Wochen stattgefunden hatte. Alle wirkten fröhlich und guter Laune, die Kaiserin führte den Zug an, begleitet von einem wunderschönen jungen Mann, der einen Bogen in der Hand hielt, und Cane della Scala, der von den Künsten seines Falken schwärmte. Castruccio war fasziniert von der Erscheinung des jungen Mannes neben der Kaiserin.

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