7. Kapitel (22)

Die wenigen Fenster waren klein, vergittert und lagen tief im Mauerwerk, er hatte einen hohen Turm, dessen Luken erkennen ließen, daß er ungewöhnlich dick war; oben umgab ihn eine Brüstung mit Türmchen.
Auch sonst ähnelte das Schloß mehr einer Burg als einem Palast. Der Eingang war dunkel, und nach der Anzahl der Lücken in den Wänden zu urteilen, hatte er offenbar viele Türen gehabt, aber sie waren alle verschwunden, und man hatte freien Zugang.
Castruccio schritt vorwärts. Im Erdgeschoß befanden sich zwei große Hallen, in beiden wimmelte es von deutschen Soldaten. Es waren hohe, dunkle, kahle Räume, die mehr an ein Gefängnis erinnerten als an einen Palast. In einem von ihnen lagen Matratzen auf dem gefliesten Boden, in einem anderen brannte mitten im Zimmer ein Feuer, und mehrere Leute waren dabei, Essen zuzubereiten. Ein Tisch in der Nähe war reichlich mit Braten und Schwarzbrot gedeckt, an jedem Ende standen zwei Jungen mit einer lodernden Fackel in der Hand und die Soldaten nahmen mit viel Lärm ihre Plätze auf den Bänken ein. Castruccio blieb stehen und konnte nicht erkennen, ob Pepi sich in dieser seltsamen Gesellschaft befand.

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